Bereits im Jahr 1895 experimentierten die Gebrüder Lumière mit der mit 3D-Technik, damals noch in ihrem einminütigen Kurzfilm Die Ankunft eines Zuges auf dem Bahnhof in La Ciotat. Die Umsetzung in den heutigen 3D Kinos ist natürlich vorangeschritten. Es dauerte weitere 27 Jahre, bis im September 1922 der Langfilm The Power Of Love drei dimensional gezeigt wurde, damals ohne Ton. Es gab mehrere Versuche und Ansätze, in Deutschland wurde erstmals die Gartenschau in Dresden im Jahr 1937 in Farbe mit Polarisationsverfahren ausgestrahlt. Der erste CinemaScope-Film war 1960 Der Schatz der Balearen von Regisseur Byron Haskin. Lange Zeit war das Verfahren wieder in den Hintergrund gerückt, doch seit 2006 setzen die Filmentwickler wieder verstärkt auf 3D-Technologie. Dabei ist die Umsetzung Genre übergreifend und es werden nicht nur Action- oder Fantasiefilme mit der Technik versehen, sondern auch kinderfreundliches oder Animationsmaterial.

Im Jahr 2010 wurden viele Filme in den Kinos in 3D gezeigt. Dabei haben sich die unterschiedlichsten Produktionen diese Technologie zu Gebrauch gemacht. Auch wenn es bei nahezu jedem Film sehr gut aussieht, macht 3D in bestimmten Bereichen allerdings mehr Sinn als bei anderen. Stark profitieren konnte davon Tim Burtons Neuauflage von Alice im Wunderland. Szenerie und Bildgewalt wirkte in der drei dimensionalen Darstellungsweise wesentlich besser und trotz der Thematik echter als in der herkömmlichen 2D-Optik. Ebenso war es bei Kampf der Titanen. Die Geschichte war auch bei herkömmlicher Darstellung schon sehr gut und spannend erzählt, dennoch war die 3D-Version viel besser, da die stereoskopische Optik dem Zuschauer das Gefühl gab, Teil des Geschehens zu sein. Im Horror-Genre können sich die Filmemacher diese Technik besonders gut zu Nutze machen. Gerade in Überraschungs- und Schockmomenten kann mit der drei dimensionalen Darstellung den Zuschauer noch intensiver erschrecken und die komplette Szenerie dramatisieren. Da mit dem erneuten Einzug von 3D in den Kinos auch wieder vermehrt die Zuschauer kamen, gab es in jedem Monat des letzen Jahres mindestens drei Neuerscheinungen, die auf diese Darstellungsmethode setzten. Zweifels ohne kann man das Jahr 2010 als 3D Boom sehen, der Durchbruch stellt sich wohl endgültig ein, wenn sich die Filme dieser Art fest auf dem Markt etablieren. Bis das passiert brauchen die Macher wohl erst eine gewisse Konstanz, um Kinofilme in 3D auf längere Sicht zu planen. Andernfalls würde sich das Geschäft insgesamt nicht rentieren. Aus rein ökonomischer Sicht lohnen sich die Filme für die jeweiligen Teams. Auch wenn etwas mehr Aufwand betrieben werden muss, kann man im Gegensatz zu einem 2D-Film allerdings mehr Eintrittsgeld verlangen. Betrachtet man zum Beispiel Monster vs. Aliens, war jede dritte verkaufte Eintrittskarte für die 3D-Variante.

Die Betreiber von Kinos scheinen sich schnell auf die Technik eingestellt zu haben. Ende 2010 gab es über 400 3D Kinos in Deutschland, Tendenz steigend. Aufgrund dessen werden die Besucher für drei dimensionale Filme etwas mehr zahlen, da die Kinos ihre Umbaukosten wieder amortisieren müssen. Es gibt verschiedene Methoden der stereoskopischen Darstellung, die meisten Kinos setzen auf die digitale Polarisationstechnik. Das jeweilige Brillenglas lässt bestimmte Lichtwellen nur in bestimmte Polarisationsrichtungen durch. Der 3D-Projektor versetzt die die jeweiligen Bilder für das entweder linke oder rechte Auge. Die Projektion spiegelt sich an einer mit Silber beschichteten Leinwand, wird zurückgeworfen und die polarisierten Strahlen treffen auf die Augen des Betrachters. Die Brille wird speziell dafür gebraucht, damit die richtigen Bilder auch das anzusprechende Auge erreichen. Das Gehirn fügt die Bilder zusammen und es entsteht ein Eindruck der Tiefenwahrnehmung. Eine andere Umsetzung ist die Technik mit den Shutter-Brillen. Die Gläser sind mit Flüssigkristallen versehen, die mittels elektronischer Steuerung das Jeweilige schließen oder öffnen können. Der eingelegte Film wird mit einer Bildwiederholungsrate von 60 Bildern pro Sekunde abgespielt, genauso oft öffnet und schließt sich das linke und rechte Brillenglas. Eine Bewegung wird vom menschlichen Gehirn bei 24 Bildern pro Sekunde als flüssig empfunden. Bei der Frequenz mit den Shutter-Brillen verarbeitet jedes Auge 30 Bilder pro Sekunde. Die Bewegungen werden nicht nur mehr als flüssig gesehen, das menschliche Gehirn rechnet die verarbeiteten Bilder zusammen und so entsteht der Eindruck der Tiefenwahrnehmung.

Die Technik hat sich besonders im letzten Jahr festsetzen können, was nicht zuletzt die mittlerweile vielen 3D Kinos in Deutschland zeigen. Damit der Umbau nicht umsonst war, müssen attraktive Angebote geschaffen werden, um das Publikum zu gewinnen. Mit den Einnahmen aus 2010 haben die gut frequentierten 3D Kinos unter Umständen ihre Ausgaben nahezu relativiert, alle anderen müssen darauf hoffen, dass der Boom noch mindesten ein paar Jahre anhält. Die Bekanntgaben für das Jahr 2011 sind vielversprechend und haben mehr als nur Potential, das Publikum in die Kinos zu holen. Es kommen noch Rango 3D, Fluch der Karibik 4, Cars 2, Harry Potter und die Heiligtümer des Todes – Teil 2, Ghostbusters 3D, Transformers 3, die Schöne und das Biest 3D, Crank 3 oder Happy Feet 2, um nur einige zu nennen. Alles sehr attraktive Titel, die alle beliebten und wichtigen Genres abdecken. Auch in 2012 sind mit STAR WARS 3D: Episode 1 – Die dunkle Bedrohung, The Avengers 3D und Monster AG 2 3D schon drei große Filme angekündigt. Allem Anschein nach werden sich die Zuschauer noch länger über reichlich Filme in den 3D Kinos freuen können.

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